
Peine. Weniger Schwerlastverkehr durch Duttenstedt und Essinghausen, dieses Ziel verfolgt ein politischer Antrag, mit dem eine alternative Verkehrsführung geprüft werden sollte. Doch die Kreisverwaltung kommt nach ihrer Prüfung zu einem ernüchternden Ergebnis: Die vorgeschlagene Lösung sei nicht geeignet, den Lkw-Verkehr nachhaltig auf eine andere Strecke zu lenken. Der Kreistag soll deshalb am Mittwoch, 7. Oktober, über die Ablehnung des Antrags entscheiden.
Hintergrund ist ein Antrag der CDU/FDP-Gruppe zur Entlastung der Ortsdurchfahrten von Duttenstedt und Essinghausen. Dabei wurde unter anderem eine alternative Führung des Schwerlastverkehrs über die Kreisstraßen K 20 und K 62 betrachtet. Die Hoffnung besteht darin, dass Lastwagen auf diesem Weg umgeleitet werden könnten und nicht mehr in gleichem Maße durch die beiden Ortschaften fahren müssten.
Landkreis sieht Probleme bei alternativer Lkw-Route
Die Prüfung durch die Kreisverwaltung zeigt allerdings, dass eine solche Änderung weitere Probleme mit sich bringen könnte. So könnte eine stärkere Verkehrsbelastung auf der alternativen Route Änderungen am Knotenpunkt K 20/Ortsumgehung Stederdorf notwendig machen. Nach Angaben der Verwaltung kämen dort beispielsweise eine Ampelanlage oder ein Kreisverkehr infrage. Damit wären zusätzliche Investitionen verbunden. Auch die Anschlussstelle Peine-Ost spielt bei der Bewertung eine Rolle. Sie wird in der Vorlage als Unfallschwerpunkt bezeichnet. Eine zusätzliche Verkehrsbelastung könnte deshalb weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erforderlich machen.
Änderung der Vorfahrt soll Lkw kaum beeinflussen
Untersucht wurde zudem eine mögliche Änderung der Vorfahrtsregelung am Knotenpunkt K 62/K 69. Doch auch davon verspricht sich die Kreisverwaltung offenbar keine ausreichende Wirkung. Nach ihrer Einschätzung würde eine Änderung der Vorfahrt den Schwerlastverkehr nicht nachhaltig dazu bewegen, die gewünschte Umleitungsstrecke zu nutzen. Damit stellt sich für den Landkreis auch die Frage nach dem Verhältnis von Kosten und Nutzen. Die notwendigen baulichen beziehungsweise verkehrlichen Veränderungen würden Kosten verursachen, ohne dass sichergestellt wäre, dass tatsächlich deutlich weniger Lastwagen durch Duttenstedt und Essinghausen fahren.
Verwaltung empfiehlt Ablehnung
Das Ergebnis der Prüfung fällt daher eindeutig aus. Die Kreisverwaltung empfiehlt dem Kreistag, den Antrag abzulehnen. Damit ist allerdings noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Diese liegt bei den Mitgliedern des Kreistages. Das Thema steht am Mittwoch, 7. Oktober 2026, auf der Tagesordnung. Die öffentliche Kreistagssitzung beginnt um 17 Uhr in der Gebläsehalle in Ilsede. Für die betroffenen Ortschaften bleibt damit die entscheidende Frage zunächst offen: Wie kann der Schwerlastverkehr durch Duttenstedt und Essinghausen langfristig reduziert werden, wenn die untersuchte Alternative nach Einschätzung der Verwaltung keine ausreichende Entlastung verspricht?
Quelle: Öffentliche Beschlussvorlage 2026/125 des Landkreises Peine zur Entlastung der Ortsdurchfahrten Duttenstedt und Essinghausen vom Schwerlastverkehr. Stand: 4. Oktober 2026.