Kommunalwahl Peine 2026: So gut lag unsere KI Prognose wirklich

Peine hat gewählt und jetzt kommt der Faktencheck: Sechs Tage vor der Kommunalwahl hat Eulenstadt.info gemeinsam mit künstlicher Intelligenz Prognosen für Bürgermeister, Landrat, Stadtrat, Kreistag und die Peiner Ortsräte erstellt. Nun liegen die vorläufigen Endergebnisse der wichtigsten Wahlen vor. Damit können wir erstmals überprüfen, was die KI tatsächlich richtig erkannt hat und wo sie deutlich danebenlag.

Das Ergebnis ist bemerkenswert gemischt: Die Favoriten bei Bürgermeister und Landrat wurden richtig erkannt. Sogar die Stichwahl um das Landratsamt wurde in genau der nun eingetretenen Konstellation vorhergesagt. Bei einigen konkreten Prozentwerten und insbesondere bei der Stärke von CDU und AfD gab es dagegen erhebliche Abweichungen.

Bürgermeisterwahl: Saemann richtig erkannt und trotzdem unterschätzt

Bei der Bürgermeisterwahl hatte unsere KI Klaus Saemann von der SPD als klaren Favoriten eingeschätzt. Prognostiziert wurden 42 bis 47 Prozent. Tatsächlich erreichte Saemann 51,4 Prozent und damit bereits im ersten Wahlgang die notwendige absolute Mehrheit.

Kandidat KI Prognose Ergebnis Bewertung
Klaus Saemann, SPD 42 bis 47 % 51,4 % Tendenz richtig, Stärke unterschätzt
Ingo Yazidi, CDU 26 bis 31 % 18,6 % Deutlich überschätzt
Sonja Nilz, AfD 13 bis 18 % 18,9 % Knapp außerhalb der Prognose
Marc Weidlich, PB 5 bis 9 % 5,1 % Getroffen
Mehmed Akyalcin, Einzelbewerber 3 bis 7 % 5,9 % Getroffen

Der wichtigste Treffer: Saemann wurde richtig als Favorit erkannt. Die größte Fehleinschätzung betraf dagegen den Kampf um Platz zwei. Unsere Prognose sah Ingo Yazidi von der CDU als stärksten Herausforderer, tatsächlich erreichte er nur 18,6 Prozent. Sonja Nilz von der AfD kam auf 18,9 Prozent und damit knapp vor Yazidi auf Platz zwei.

Auch die von uns als wahrscheinlich bezeichnete Stichwahl Saemann gegen Yazidi trat nicht ein. Saemann machte eine Stichwahl ohnehin überflüssig, weil er mit 51,4 Prozent bereits im ersten Wahlgang gewann.

Landratswahl: Die wichtigste Prognose wurde getroffen

Bei der Landratswahl wird der Vergleich besonders interessant. Unsere KI hatte Julia Semper von der SPD als Favoritin gesehen und Carsten Lauenstein von der CDU als stärksten Herausforderer eingeschätzt. Vor der Wahl lautete unsere Einschätzung außerdem, dass Semper und Lauenstein die wahrscheinlichsten Teilnehmer einer Stichwahl seien. Genau diese Konstellation ist eingetreten.

Kandidatin oder Kandidat KI Prognose Ergebnis Bewertung
Julia Semper, SPD 29 bis 34 % 42,1 % Favoritin richtig, Ergebnis deutlich unterschätzt
Carsten Lauenstein, CDU 24 bis 29 % 21,6 % Platz zwei richtig, Ergebnis überschätzt
Angela Rudzka, AfD 13 bis 18 % 17,8 % Getroffen
Stefanie Weigand, Grüne 9 bis 13 % 10,9 % Getroffen
Matthias Laue, parteilos 5 bis 9 % 2,5 % Deutlich überschätzt
Marcus Seelis, FDP 3 bis 6 % 2,1 % Überschätzt
Martin Schampera, Volt 2 bis 5 % 1,7 % Knapp unterschätzt
Christian Meyer, dieBasis 1 bis 4 % 1,3 % Getroffen

Semper viel stärker als erwartet

Die KI erkannte Semper zwar als Favoritin, unterschätzte aber deutlich, wie groß ihr Vorsprung werden würde. Statt der prognostizierten 29 bis 34 Prozent erreichte sie 42,1 Prozent. Auch Lauenstein wurde mit prognostizierten 24 bis 29 Prozent etwas zu stark eingeschätzt. Mit 21,6 Prozent reichte es dennoch für Platz zwei.

Sehr nah lagen die Prognosen dagegen bei Angela Rudzka und Stefanie Weigand. Rudzka erreichte 17,8 Prozent bei einer Prognose von 13 bis 18 Prozent. Weigand kam auf 10,9 Prozent bei vorhergesagten 9 bis 13 Prozent.

Semper gegen Lauenstein: Stichwahl korrekt vorhergesagt

Eine der konkretesten Aussagen unserer Prognose hat sich damit bestätigt: Julia Semper und Carsten Lauenstein gehen als Erst und Zweitplatzierte in die Stichwahl. Da Semper die absolute Mehrheit verfehlte, entscheiden die Wählerinnen und Wähler am 27. September erneut über das Landratsamt.

Für den zweiten Wahlgang beginnt allerdings eine völlig neue Ausgangslage. Die Stimmen der ausgeschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten können sich neu verteilen. Eine einfache Fortschreibung des Ergebnisses aus dem ersten Wahlgang wäre deshalb keine seriöse Prognose.

Stadtrat: Hier lag die KI deutlich daneben

Beim Stadtrat zeigt der Vergleich besonders deutlich die Grenzen unserer Prognose.

Partei KI Prognose Vorläufiges Ergebnis Bewertung
SPD 29 bis 34 % 36,4 % Unterschätzt
CDU 26 bis 31 % 22,1 % Deutlich überschätzt
AfD 12 bis 18 % 19,2 % Unterschätzt
Grüne 7 bis 11 % 8,7 % Getroffen
PB 4 bis 7 % 4,4 % Getroffen
Linke 3 bis 6 % 4,7 % Getroffen
FDP 2 bis 4 % 1,8 % Knapp überschätzt

Die größte Fehleinschätzung war das erwartete Kräfteverhältnis zwischen SPD und CDU. Wir hatten mit einer deutlich engeren Auseinandersetzung gerechnet. Tatsächlich erreicht die SPD nach dem vorläufigen Endergebnis 36,4 Prozent, während die CDU bei 22,1 Prozent liegt. Damit wurde die SPD unterschätzt und die CDU erheblich überschätzt.

Auch die AfD schnitt mit 19,2 Prozent stärker ab als unsere prognostizierten 12 bis 18 Prozent. Bemerkenswert gut lagen die Bandbreiten dagegen bei Grünen, PB und Linken.

Kreistag: SPD und AfD stärker, CDU deutlich schwächer

Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der Kreistagswahl. Unsere KI hatte SPD und CDU mit jeweils 28 bis 32 Prozent praktisch gleichauf erwartet. Das tatsächliche Ergebnis sieht deutlich anders aus.

Partei KI Prognose Vorläufiges Ergebnis Bewertung
SPD 28 bis 32 % 33,7 % Etwas unterschätzt
CDU 28 bis 32 % 22,2 % Deutlich überschätzt
AfD 13 bis 18 % 18,8 % Knapp unterschätzt
Grüne 9 bis 12 % 10,9 % Getroffen

Auch hier wurde das erwartete Kopf an Kopf Rennen zwischen SPD und CDU nicht bestätigt. Die SPD erreicht 33,7 Prozent und liegt damit leicht oberhalb unserer Prognose. Die CDU kommt dagegen lediglich auf 22,2 Prozent und wurde von der KI deutlich zu stark eingeschätzt. Die AfD liegt mit 18,8 Prozent knapp oberhalb unserer Bandbreite, während das Ergebnis der Grünen mit 10,9 Prozent sehr gut getroffen wurde.

Was hat unsere KI Prognose richtig erkannt?

  • Klaus Saemann wurde richtig als Favorit der Bürgermeisterwahl erkannt.
  • Julia Semper wurde richtig als Favoritin der Landratswahl erkannt.
  • Carsten Lauenstein wurde richtig als stärkster Herausforderer bei der Landratswahl eingeschätzt.
  • Die Stichwahl Semper gegen Lauenstein wurde vor der Wahl als wahrscheinlichstes Szenario genannt und tritt tatsächlich ein.
  • Bei der Landratswahl lagen Rudzka, Weigand und Meyer innerhalb der prognostizierten Bandbreiten.
  • Bei der Bürgermeisterwahl wurden die Ergebnisse von Akyalcin und Weidlich gut getroffen.
  • Bei Stadtrat und Kreistag lagen die Grünen innerhalb der vorhergesagten Bereiche.
  • Beim Stadtrat wurden auch PB und Linke innerhalb der prognostizierten Bandbreiten getroffen.

Wo lag die KI deutlich daneben?

  • Saemann wurde in seiner tatsächlichen Stärke unterschätzt.
  • Semper wurde trotz richtiger Favoritenrolle erheblich unterschätzt.
  • Yazidi wurde bei der Bürgermeisterwahl deutlich überschätzt.
  • Die Reihenfolge von Nilz und Yazidi wurde falsch prognostiziert.
  • Matthias Laue wurde bei der Landratswahl deutlich überschätzt.
  • Die CDU wurde sowohl beim Stadtrat als auch beim Kreistag erheblich stärker eingeschätzt, als sie tatsächlich abschnitt.
  • Die SPD schnitt bei beiden Vertretungswahlen stärker ab als erwartet.
  • Die AfD lag bei Stadtrat und Kreistag jeweils oberhalb der prognostizierten Bandbreite.

Unser Fazit: Richtige politische Richtung, aber keine Wahlumfrage

Bei den Personenwahlen war die KI in einigen zentralen Fragen erstaunlich treffsicher. Sie erkannte sowohl Saemann als auch Semper als Favoriten und sagte bei der Landratswahl sogar die richtige Stichwahlkonstellation Semper gegen Lauenstein voraus. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Prognose insgesamt präzise gewesen wäre.

Bei den konkreten Prozentwerten gab es teilweise erhebliche Abweichungen. Besonders deutlich wurde dies bei Semper, Yazidi und bei der Einschätzung der CDU in Stadtrat und Kreistag. Gleichzeitig lagen mehrere vorher festgelegte Bandbreiten nah am Ergebnis, beispielsweise bei Weigand, Rudzka, Akyalcin, Weidlich sowie bei den Grünen in Stadtrat und Kreistag.

Damit zeigt unser Versuch ziemlich genau den Unterschied zwischen einer datenbasierten Einschätzung und einer repräsentativen Wahlumfrage. Die KI konnte aus früheren Wahlergebnissen, Kandidaturen und politischen Rahmenbedingungen einige grundlegende Entwicklungen erkennen. Sie konnte aber nicht wissen, wie die Peinerinnen und Peiner am 13. September tatsächlich abstimmen würden. Eine KI kann politische Daten analysieren. Wahlen entscheiden aber immer noch die Wählerinnen und Wähler.

Und was ist mit den Ortsräten?

Unsere zweite Prognose beschäftigte sich außerdem mit den neun Ortsräten in Dungelbeck, Essinghausen und Duttenstedt, Handorf, Rosenthal, Schmedenstedt, Schwicheldt, Stederdorf und Wendesse, Vöhrum, Eixe und Landwehr sowie Woltorf. Dort hatten wir bewusst keine Prozentwerte vorhergesagt, sondern anhand der Ausgangslage mögliche Favoriten genannt.

Diesen Teil unseres Faktenchecks reichen wir nach, sobald die Ergebnisse vollständig ausgewertet und amtlich festgestellt sind. So vermeiden wir, persönliche Ergebnisse oder Mehrheitsverhältnisse vorschnell aus Zwischenständen abzuleiten.

Hinweis zu den Ergebnissen

Bei den hier genannten Zahlen handelt es sich um die am 14. September 2026 vorliegenden vorläufigen Endergebnisse. Die endgültige Feststellung des Wahlergebnisses durch die zuständigen Wahlausschüsse steht noch aus.

Transparenzhinweis

Die ursprünglichen Prognosen wurden am 7. September 2026 mit Unterstützung von ChatGPT von OpenAI erstellt und vor der Wahl auf Eulenstadt.info veröffentlicht. Es handelte sich ausdrücklich nicht um repräsentative Wahlumfragen. Grundlage waren öffentlich verfügbare frühere Wahlergebnisse, die Kandidaturen zur Kommunalwahl 2026, politische Kräfteverhältnisse und weitere öffentlich zugängliche Informationen.

Auch dieser nachträgliche Vergleich wurde mit Unterstützung von ChatGPT erstellt. Die vor der Wahl veröffentlichten Prognosen wurden dabei nicht nachträglich verändert. Treffer und Fehlprognosen werden bewusst gleichermaßen dargestellt. Die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung liegt bei Eulenstadt.info.