Das starke Abschneiden der AfD bei der Kommunalwahl in Peine hat eine ungewöhnliche Folge für den neuen Stadtrat. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis stehen der Partei rechnerisch acht Sitze zu. Besetzen kann sie davon allerdings nur vier. Der Grund: Für die Wahl zum Rat der Stadt Peine hatte die AfD lediglich vier Kandidaten aufgestellt.

Damit können nach aktuellem Stand vier der rechnerisch auf die AfD entfallenden Mandate nicht besetzt werden. Die Peiner Allgemeine Zeitung berichtet, dass diese Sitze verfallen. Dadurch würden nur 38 der regulär 42 gewählten Ratsmandate tatsächlich besetzt. Die formelle Feststellung des Wahlergebnisses durch den Gemeindewahlausschuss der Stadt Peine erfolgt am 16. September 2026.

19,2 Prozent bringen der AfD rechnerisch acht Sitze

Bei der Stadtratswahl erreichte die AfD nach dem vorläufigen Endergebnis 19,2 Prozent der Stimmen und legte damit gegenüber der Kommunalwahl 2021 deutlich zu. Aus diesem Ergebnis ergeben sich rechnerisch acht Sitze im Rat. Doch die Zahl der aufgestellten Kandidaten reicht nicht aus, um sämtliche Mandate zu besetzen.

Für den Peiner Stadtrat waren auf den AfD Listen insgesamt nur vier Personen angetreten: Sonja Nilz und Günther Engelhardt im Wahlbereich 1, Rudolf Meißner im Wahlbereich 2 sowie Björn Burghardt im Wahlbereich 3. Die eigene Kandidatenübersicht der AfD Peine weist ebenfalls ausdrücklich vier Kandidaten für den Stadtrat aus.

Vier Mandate können nicht besetzt werden

Damit entsteht eine ungewöhnliche Situation: Das Wahlergebnis reicht rechnerisch für acht AfD Mandate, auf dem Wahlvorschlag stehen jedoch lediglich vier Personen zur Verfügung. Die übrigen vier Mandate können daher nach aktuellem Stand nicht mit weiteren AfD Bewerbern besetzt werden. Nach Angaben der Peiner Allgemeinen Zeitung verfallen diese Sitze.

Wichtig dabei: Die vier unbesetzten Mandate werden nicht einfach anderen Parteien zugeschlagen. Stattdessen reduziert sich die Zahl der tatsächlich besetzten Ratsmandate. Nach der vorläufigen Berechnung würden somit nur 38 der regulär 42 gewählten Sitze besetzt.

So sieht die vorläufige Sitzberechnung aus

Partei Rechnerische Sitze Besetzbar
SPD 15 15
CDU 9 9
AfD 8 4
Grüne 4 4
Die Linke 2 2
PB 2 2
FDP 1 1
Volt 1 1

Die rechnerische Sitzverteilung umfasst damit zunächst 42 Mandate. Da vier der acht auf die AfD entfallenden Sitze mangels weiterer Kandidaten nicht besetzt werden können, bleiben nach derzeitigem Stand 38 besetzte Ratsmandate. Hinzu kommt Bürgermeister Klaus Saemann, der kraft seines Amtes ebenfalls Mitglied des Rates ist.

Unbesetzte AfD Sitze beeinflussen die Mehrheitsverhältnisse

Besonders interessant sind die Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse im neuen Stadtrat. SPD und Grüne kommen nach der vorläufigen Berechnung auf zusammen 19 besetzte Ratsmandate, 15 für die SPD und vier für die Grünen. Hinzu kommt Bürgermeister Klaus Saemann. Die Peiner Allgemeine Zeitung kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass die bisherige rot grüne Mehrheit de facto bestehen bleibt.

Bei einer vollständigen Besetzung aller 42 rechnerisch vergebenen Ratsmandate wäre die Ausgangslage eine andere. Durch die vier nicht besetzbaren AfD Mandate verkleinert sich jedoch nach aktuellem Stand die Zahl der tatsächlich besetzten Sitze. Damit hat die begrenzte Zahl der AfD Kandidaten unmittelbare Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse im neuen Rat.

AfD war mit nur vier Stadtratskandidaten angetreten

Dass diese Situation entstehen konnte, lässt sich bereits anhand der Kandidatenlisten nachvollziehen. Die AfD trat in den drei Peiner Gemeindewahlbereichen insgesamt lediglich mit vier Personen für den Stadtrat an. Im Wahlbereich 1 kandidierten Sonja Nilz und Günther Engelhardt, im Wahlbereich 2 Rudolf Meißner und im Wahlbereich 3 Björn Burghardt.

Das Wahlergebnis fiel schließlich so stark aus, dass die Zahl der rechnerisch errungenen Mandate doppelt so hoch ist wie die Zahl der vorhandenen Kandidaten. Die AfD kann ihren Stimmenanteil damit nicht vollständig in tatsächlich besetzte Ratsmandate umsetzen.

Ungewöhnliche Folge der Kommunalwahl

Die Situation zeigt eine Besonderheit von Kommunalwahlen: Für die tatsächliche Besetzung eines Rates ist nicht allein entscheidend, wie viele Stimmen eine Partei erhält. Sie benötigt auch genügend Bewerberinnen und Bewerber auf ihren Wahlvorschlägen, um die daraus resultierenden Mandate wahrnehmen zu können.

Für Peine bedeutet das nach dem vorläufigen Ergebnis: Die AfD erreicht 19,2 Prozent und erhält rechnerisch acht Sitze. Tatsächlich kann sie nach aktuellem Stand jedoch nur vier dieser Mandate besetzen. Vier Sitze bleiben unbesetzt.

Damit führt ausgerechnet der starke Stimmenzuwachs der AfD zu einer ungewöhnlichen Konstellation: Die Partei gewinnt rechnerisch acht Ratsmandate, hat aber nur vier Kandidaten, die diese Sitze übernehmen können.

Ergebnis wird am 16. September offiziell festgestellt

Bei den genannten Zahlen handelt es sich derzeit noch um das vorläufige Wahlergebnis. Der Gemeindewahlausschuss der Stadt Peine kommt am 16. September 2026 zusammen, um das Wahlergebnis formell festzustellen. Sollte sich dabei noch eine Änderung an der Sitzverteilung ergeben, wird Eulenstadt.info diesen Beitrag entsprechend aktualisieren.