
Während die bisherigen Pläne für das Werk von McCain in Mehrum nicht weiterverfolgt werden, läuft ein umfangreiches wasserrechtliches Verfahren für den Standort weiter. Erst wenige Tage vor Bekanntwerden der Entscheidung begann die öffentliche Auslegung. Beantragt wurden bis zu 5,694 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Mittellandkanal pro Jahr.
Mehrum. Ein Blick in die aktuellen Verfahren des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz, kurz NLWKN, zeigt ein interessantes Detail rund um die bisherigen Pläne von McCain in Mehrum.
Seit dem 23. September 2026 läuft die öffentliche Auslegung eines wasserrechtlichen Antrags des Unternehmens. Damit begann die Auslegung nur wenige Tage bevor öffentlich bekannt wurde, dass McCain die geplante Investition in ihrer bisherigen Form nicht weiterverfolgt.
Das Verfahren wird auf der Internetseite des NLWKN weiterhin geführt.
Bis zu 5,694 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr
Die Dimension des Antrags ist erheblich. McCain beantragte die Entnahme von Wasser aus dem Mittellandkanal für die geplante Kartoffelproduktion.
Vorgesehen waren maximal 650 Kubikmeter pro Stunde, 15.600 Kubikmeter pro Tag und 5.694.000 Kubikmeter pro Jahr.
Umgerechnet entspricht die beantragte Jahreshöchstmenge rund 5,694 Milliarden Litern Wasser. Dabei handelt es sich ausdrücklich um die beantragte maximale Entnahmemenge und nicht um einen tatsächlich gemessenen Verbrauch.
Auch Millionen Kubikmeter Einleitung beantragt
Bei der Wasserentnahme allein bleibt es in dem Verfahren nicht. Beantragt wurde ebenfalls die Einleitung von gereinigtem Prozessabwasser, Wasser aus der Wasseraufbereitung und Niederschlagswasser.
Hierfür nennt der NLWKN eine maximale Menge von insgesamt 5.653.500 Kubikmetern pro Jahr. Zusätzlich ist die Einleitung von Filterrückspülwasser Gegenstand des Verfahrens.
Unterlagen liegen noch bis zum 22. Oktober aus
Besonders interessant ist der zeitliche Ablauf. Die öffentliche Auslegung begann am 23. September und soll nach der veröffentlichten Bekanntmachung noch bis zum 22. Oktober 2026 laufen.
Einwendungen gegen das Vorhaben können demnach sogar noch bis zum 23. November 2026 erhoben werden.
Damit läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung für ein Genehmigungsverfahren weiter, obwohl McCain inzwischen mitgeteilt hat, die ursprünglich geplante Investition in Mehrum in ihrer bisherigen Form zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiterzuverfolgen.
Wasserversorgung war ein zentraler Bestandteil der Planung
Dass der Mittellandkanal für die Ansiedlung eine wichtige Rolle spielen sollte, geht auch aus den Unterlagen des Bauleitplanverfahrens hervor.
Darin wird festgehalten, dass das für die Kartoffelproduktion benötigte Prozesswasser und Produktionswasser nach entsprechender Aufbereitung eigenverantwortlich aus dem Mittellandkanal bereitgestellt werden sollte.
Die zwischen den Beteiligten abgestimmten Zuständigkeiten und Modalitäten sollten zudem in einem Erschließungsvertrag geregelt werden.
Was passiert nun mit dem laufenden Verfahren?
Nach der Entscheidung von McCain ergibt sich damit eine neue Frage. Wird das wasserrechtliche Verfahren unverändert fortgeführt, wird es ausgesetzt oder zieht das Unternehmen seinen Antrag zurück?
Auf der Internetseite des NLWKN ist das Verfahren derzeit weiterhin veröffentlicht. Daraus allein lässt sich allerdings nicht schließen, wie McCain oder die zuständige Behörde nun mit dem Antrag verfahren werden.
Eulenstadt wird deshalb beim NLWKN nachfragen, ob das Unternehmen seit Bekanntwerden seiner Entscheidung eine Änderung, Aussetzung oder Rücknahme des Antrags mitgeteilt hat und ob die veröffentlichten Fristen für mögliche Einwendungen unverändert bestehen bleiben.
Eine offene Frage bleibt
Damit zeigt sich wenige „Stunden“ nach Bekanntwerden der Entscheidung ein bislang wenig beachteter Aspekt der Planungen in Mehrum.
Während die bisher vorgesehene Investition nicht weiterverfolgt wird, befindet sich ein dafür angestoßenes wasserrechtliches Verfahren mitten in der öffentlichen Beteiligung.
Ob der Antrag über bis zu 5,694 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Mittellandkanal pro Jahr bestehen bleibt, ist damit eine der nächsten offenen Fragen rund um den Standort in Mehrum.